Milchstrassenfotografie

Fotografie der Milchstrasse

Fotografien der Milchstraße sind beeindruckende Aufnahmen des Bandes aus Sternen, Staub und Gas, der sich über unseren Himmel erstreckt. Die Milchstraße ist die Galaxie, zu der unsere Sonne gehört, und von der Erde aus betrachtet, erscheint sie als ein leuchtendes Band, das sich über den Nachthimmel erstreckt. Hier sind einige Tipps, um beeindruckende Fotos der Milchstraße zu machen:

  1. Ort: Wähle einen Ort mit minimaler Lichtverschmutzung aus, um klare Aufnahmen zu erhalten. Fernab von städtischen Gebieten und in höheren Lagen sind oft die besten Optionen. Dazu gibt es tolle Seiten, die die Lichtverschmutzung darstellen, zum Beispiel Lightpollution-Map. Hier kann man im Vorfeld sehr gut planen, welche Orte gut geeinigt sind.
  2. Zeitpunkt: Die besten Zeiten, um die Milchstraße zu fotografieren, sind während der dunklen Monate des Jahres, wenn der Himmel frei von Mondlicht ist. Dies bietet die besten Bedingungen, um die Milchstraße klar zu erfassen.
  3. Ausrüstung: Du benötigst eine Kamera mit manuellen Einstellungen (vorzugsweise eine DSLR oder spiegellose Kamera) und ein Weitwinkelobjektiv, um einen weiten Blick auf den Himmel zu erfassen. Ein stabiles Stativ ist unerlässlich, um Verwacklungen zu vermeiden.
  4. Einstellungen: Wähle den manuellen Modus an deiner Kamera und stelle die Belichtungszeit auf 10-20 Sekunden ein. Die Blende sollte möglichst weit geöffnet sein (eine niedrige f-Zahl), um so viel Licht wie möglich einzufangen. Die ISO-Einstellung sollte hoch genug sein, um genügend Licht einzufangen, aber nicht so hoch, dass Rauschen entsteht. Wir uns nicht scheuen, bis in den Bereich 3200 (APS-C) oder 6400 bis 8000 (Vollformat) zu gehen.
  5. Die Formel für die Belichtungszeit hängt davon ab, ob du eine Kamera mit Crop-Faktor (APS-C oder MFT) oder eine Vollformatkamera besitzt. Je nachdem kannst du die Belichtungszeit mit folgender Formel berechnen:
    • Crop-Sensoren wie APS-C oder MFT: 300 / (Cropfaktor deiner Kamera * Brennweite)
    • Vollformat-Kameras: 300 / Brennweite
      • Rechenbeispiel: Stellt man die Brennweite auf 20 mm ein, so ergibt sich bei einer Vollformat-Kamera eine Belichtungszeit von 300 / 20 = 15 Sekunden.
    • Einige Fotografen verwenden die 500er-Regel, doch Heutzutage gilt angesichts der wesentlich empfindlicheren Sensoren statt der 500er- nur noch die 300er-Regel
  6. Fokus: Stelle den Fokus auf Unendlich ein, um sicherzustellen, dass die Sterne scharf abgebildet werden. Achtung: Unendlich ist nicht der Anschlag des manuellen Focusrings am Objektiv. Nimm im dunklen einen Stern oder eine andere sehr weit weg liegende Lichtquelle. Fokussiere auf diese bis der Lichtpunkt sehr klein ist – somit hast du den Schärfepunkt gefunden. Was auch zur Hilfe genommen werden kann ist eine Bahtinov Fokusmaske. Diese kann gekauft oder mit einem 3D-Drucker selbst erstellt werden.
  7. Komposition: Denke über die Komposition deines Bildes nach. Elemente im Vordergrund, wie Berge oder Bäume, können dem Bild Tiefe und Interesse verleihen.
  8. Geduld und Experimentieren: Es kann einige Versuche dauern, bis du die richtigen Einstellungen und den perfekten Ort gefunden hast. Experimentiere mit verschiedenen Einstellungen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
  9. Bearbeitung: Nach der Aufnahme kannst du deine Fotos in einer Bildbearbeitungssoftware wie Adobe Lightroom optimieren. Du kannst Kontrast, Belichtung, Farbbalance und andere Parameter anpassen, um das Beste aus deinen Aufnahmen herauszuholen.

Denke daran, dass das Fotografieren der Milchstraße Übung erfordert, aber die Ergebnisse können atemberaubend sein. Halte dich an diese Grundlagen, aber scheue dich nicht davor, deine eigene kreative Note hinzuzufügen und deinen eigenen Stil zu entwickeln.

Anja Kallenbach hat für Rollei eine gute Zusammenfassung geschrieben.

Auch bei www.matthias-foto.de gibt es eine umfassende Anleitung.

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